Max Sauerlandt

06.02.1880, Berlin – 01.01.1934, Hamburg

Direktor des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) 1908 – 1919


Nach dem Studium der klassischen Philologie und Kunstgeschichte promovierte Max Sauerlandt 1903 in Berlin bei Heinrich Wölfflin über Giovanni Pisano und wurde 1908 mit 28 Jahren zum Direktor des Städtischen Museums für Kunst und Kunstgewerbe, des heutigen Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), berufen. Bis zu seinem Einzug an die russische Front im Jahr 1914 tätigte er wichtige, teilweise in der Öffentlichkeit heftig diskutierte, Ankäufe für das Museum, darunter die Langhalsige (1914) von Wilhelm Lehmbruck, ein Van-de-Velde-Porträt von Georg Kolbe sowie Emil Noldes Abendmahl (1909), Werke von Max Beckmann, Waldemar Rösler, George Minne, Hermann Haller, Hans von Marées und Werke aus dem Kreis der Berliner Secession (Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt) ebenso wie eine Reihe kleinerer Arbeiten vom Bildhauer Moissei Kogan, Werke von Franz Marc, Carl Hofer, Christian Rohlfs und Curt Herrmann. Auch nach seinem Weggang aus Halle (Saale) fanden Ankäufe für das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) auf Rat Sauerlandts statt.

Für die Konzeption des Museums übernahm Sauerlandt die Prinzipien seines Berliner Lehrers Justus Brinckmann, die Werke nicht nach Techniken getrennt, sondern in ihrem kulturellen Gesamtzusammenhang zu präsentieren. Die gemeinsame Ausstellung des Kunsthandwerks und der freien Kunst drückten den Wunsch nach Gleichberechtigung und Einheit der Künste aus. Auf diese Art wollte Sauerlandt geistige Prozesse durch eine vertiefende Betrachtung ausgewählter Originale anstossen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Sauerlandt zum Direktor des Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg berufen, wo er bis 1933 amtierte und Anfang 1934, mit erst 53 Jahren, nach Krankheit verstarb.

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1903 Promotion an der Universität Berlin bei Heinrich Wölfflin
1905 wissenschaftlicher Assistent am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg bei Justus Brickmann
1908 – 1919 Direktor des Städtischen Museums für Kunst und Kunstgewerbe in Halle (Saale), heutiges Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
1913 Ankauf von Emil Noldes Abendmahl (1909), dadurch heftige Kritik von Karl Scheffler und Wilhelm von Bode
1919 – 1933 Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg
1921 Monografie über Emil Nolde
1927 Herausgabe einer Auswahl der Briefe Noldes
1929 Referat Die deutschen Museen und die deutsche Gegenwartskunst zur Tagung des Deutschen Museumsbundes in Danzig
1930 – 1933 Direktor der Landeskunstschule in Hamburg
05.04.1933 Beurlaubung von seinen leitenden Positionen in Hamburg
1933 Vorlesungsreihe Die Kunst der letzten 30 Jahre an der Universität Hamburg
30.09.1933 Verlust des Lehrstuhls an der Universität Hamburg

 

Bildnachweis: Jahrbuch des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg 1998-2000, Hamburg: 2002, S. 67
Max Sauerlandt – Foto aus: Jahrbuch des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg 1998-2000, Hamburg 2002, S. 67

 


Werkbeispiele:

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