Carl Fritz David Crodel, genannt: Charles Crodel

16.09.1894, Marseille – 28.11.1973, München

Leiter der Werkstatt für Malerei und Grafik an der Burg Giebichenstein
 1927 – 1933 und 1945 – 1951


Der im Süden Frankreichs geborene Künstler deutscher Herkunft kam 1927 mit Anfang dreißig nach Halle (Saale), um hier die Werkstatt für Malerei und Grafik zu leiten. Charles Crodel ist bekannt für seine großformatigen, zwischen 1933 und 1936 teilweise überstrichenen Wandmalereien in Halle (Saale) und Bad Lauchstädt (z. B. in der sogenannten Crodel-Halle im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), 1931 – derzeit geschlossen), seine ab 1935 entstandenen Glasarbeiten (Gefäße, Schmuck, Kirchenfenster) und die farbliche Intensität seiner malerischen Arbeiten, welche dem Betrachter das Licht des Südens entgegenzustrahlen scheinen.

1928 bezog Charles Crodel mit seiner Familie in Halle-Kröllwitz eine von Johannes Niemeyer erbaute Villa, welche er durch Wandmalereien und den Einbau eines selbst entworfenen keramischen Kamins weiter veränderte. Der Künstler arbeitete in einem von Hans Wittwer erschaffenen Ateliergebäude.

Am 18. Juni 1948 wurde Charles Crodel 53-jährig zum Professor ernannt und präsentierte er sein bis dahin entstandenes Gesamtwerk im Erfurter Angermuseum. Zwischen 1958 und 1965 hatte er sechs Gastprofessuren an der Pennsylvania State University und der University of Louisville inne.

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ab 1905 Ferienbesuche bei dem Onkel Paul Crodel in München (Münchner Sezession)
1914–18 Kriegsdienst
1918 Heirat mit der Textilkünstlerin Elisabeth von Fiebig (1897–1967)
1920 im Vorstand des Jenaer Kunstvereins
Beginn der Freundschaft mit Gerhard Marcks
1923 erste Ausstellung in der Galerie Ferdinand Möller (mit Richard Scheibe)
1924 im Dezember erster Wandfries im Landhaus des Ehepaars Herbert Levin in Steudnitz/Jena (1945 zerstört)
1925 Griechenlandreise: Auseinandersetzung mit den Wirkungen des Lichtes
1927–33 Beginn der Lehrtätigkeit an der Burg Giebichenstein
1929 Ausstellung in der Galerie Kühl in Dresden (mit Gerhard Marcks)
1932 erhält für das Bild Mutter und Kind den Villa-Romana-Preis, Aufenthalt in Florenz
1933 zur Halleschen Kunstschau vorsätzliche Beschädigung von Werken sogenannter„entarteter“ Künstler
Entlassung zum 31. August
Umzug der Crodel-Klasse in die Villa des Kunsthistorikers Paul Frankl
1934 Besuch bei Edvard Munch in Oslo
ab 1935 Realisierung von Arbeiten gemeinsam mit der Keramikerin Hedwig Bollhagen in den HB-Werkstätten für Keramik (Marwitz) und mit dem Glasdesigner Wilhelm Wagenfeld in den Vereinigten Lausitzer Glaswerken in Weißwasser
1945–51 Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit an der Burg Giebichenstein
1951 verlässt die DDR infolge der Formalismusdiskussion
1951–63 Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in München
1956 Berufung zum Ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste in Berlin [West]
1963 Ehrenmitglied der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in München
1968 Ehrengast der Villa Massimo in Rom

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Charles Crodel - Foto aus: Charles Crodel, Halle 2012, S. 12
Charles Crodel – Foto aus: Charles Crodel, Halle 2012, S. 12


Werkbeispiele: