Hans Finsler

07.12.1891, Heilbronn – 03.04.1972, Zürich

Leiter der Fotowerkstatt der Burg Giebichenstein 1927 – 1932


Der Schweizer Fotograf Hans Finsler kam 1922 mit Anfang dreißig nach Halle (Saale) und verbrachte hier bis 1932 ein knappes Jahrzehnt. Im Auftrag der Stadt dokumentierte er fotografisch den kulturellen und wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt, zu dem er auch selbst durch seine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein beitrug.

Die Heimatkalender für Halle und den Saalkreis aus den Jahren 1930, 1931 und 1933 zeigen jeweils zwölf Monatsbilder des Künstlers. Auch das Verkehrsamt und das Jugendamt der Stadt Halle (Saale) gestalteten ihre Anfang der 1930er erschienenen Broschüren mit Fotos von Finsler.

1922 immatrikulierte er sich als Doktorand der Kunstgeschichte an der Philosphischen Fakultät der Universität Halle. Um seine Promotion finanzieren zu können, arbeitete er nebenamtlich als Bibliothekar an der Burg Giebichenstein und übernahm dort auch Lehrtätigkeiten in der Fotowerkstatt.

Seine im Dezember 1928 durch das Städtische Museum für Kunst und Kunstgewerbe, das heutige Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), im Roten Turm am Markt organisierte monografische Ausstellung Neue Wege der Photographie zeigte sämtliche seiner in Halle (Saale) entstandenen avantgardistischen Fotografien. Von April bis Mai 1991 präsentierte das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) unter gleichem Titel noch einmal die wichtigsten Werke von Hans Finsler, dem Protagonisten des Neuen Sehens, dessen Nachlass sich seit 1986 im Museum befindet. Dieser war der Beginn einer seit mehr als 30 Jahren etablierten Sammlung Fotografie.

1899 – 1906 Besuch der Elementar- und Lateinschule in Urach (Schweiz)
1906 – 1911 Besuch der Oberrealschule in Reutlingen und Stuttgart-Cannstadt, Abitur
1911 – 1914 Architekturstudium an der TU Stuttgart und in München
1915 – 1919 Studium der Kunstgeschichte u. a. bei Heinrich Wölfflin und Paul Frankl
1919 – 1920 zwei Studiensemester in Berlin
1921 folgt seinem Lehrer Paul Frankl nach Halle (Saale), um hier zu promovieren
Heirat mit Lita Schmidt, im November Geburt der Tochter Regula
06.05.1922 Immatrikulation zur Promotion im Fach Kunstgeschichte an der Universität Halle
1922 – 1932 Bibliothekar und Lehrbeauftragter an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein
02. – 15.12.1928 Ausstellung Neue Wege der Photographie in Halle, Roter Turm am Markt
01.04.1930 offizielle Übernahme der Leitung der Fotowerkstatt an der Burg Giebichenstein
28.12.1931 Einreichung des Entlassungsgesuches für den 01.04.1932
01.05.1932 – 1957 Übernahme der Leitung der Fotowerkstatt an der Kunstgewerbeschule in Zürich

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Bildnachweis: Katalog Hans Finsler: Neue Wege der Photographie, Leipzig: 1991, S. 11 (rechts oben)
Bildnachweis: Katalog Hans Finsler: Neue Wege der Photographie, Leipzig: 1991, S. 11 (rechts oben)

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Werkbeispiele: